Am 5. Oktober 1956 machten Helene und Julius Wissinger in Berlin ihre private Telefonnummer öffentlich und boten Menschen in Krisen an: Ruft an, jederzeit! Damit starteten sie die erste Telefonseelsorge Deutschlands. Kurz darauf stand die Nummer in Zeitungen und im Rundfunk, und das Telefon stand nicht mehr still.
Was aus gelebter christlicher Nächstenliebe entstand, hat sich bis heute gehalten: Wer sich meldet, erreicht jemanden, der zuhört. Aus dem Wohnungstelefon ist ein bundesweites Netz mit 104 Stellen und rund 7.900 Ehrenamtlichen geworden: am Telefon und seit 1995 auch per Chat und Mail.
Nach gründlicher Ausbildung hören sie zu, begleiten und entlasten. Immer mehr, auch junge Menschen nutzen diesen Weg, so gab es im vergangenen Jahr über 1,3 Millionen Kontakte. Und alle finden Gehör bei Ehrenamtlichen, die nach einer gründlichen Ausbildung zuhören, begleiten und entlasten: In einer Zeit, in der ständig etwas ablenkt, ist es mehr wert denn je, wenn jemand einfach zuhört.
Kostenfrei und anonym, rund um die Uhr:
0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.
Die ausführliche Geschichte als PDF:
Zum Hören:
Ein Beitrag im WDR "Zeitzeichen":
Am 5. Oktober 1956 klingelt in West-Berlin erstmals das Telefon einer "Lebensmüdenbetreung". Aus der privaten Initiative eines Ehepaars wird ein bundesweites Gesprächsangebot für Menschen in Lebenskrisen.
In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:
- wie sich die Telefonseelsorge in den vergangenen 70 Jahren verändert hat,
- warum zuhören manchmal schon helfen kann,
- auf welchen Wegen man die Telefonseelsorge heute erreicht,
- ob KI menschliches Zuhören ersetzen kann,
- wie die Zukunft der Telefonseelsorge aussehen könnte.